Gesundheit und Medizin

Die Sandmücke ist in Süddeutschland auf dem Vorschmarsch. Die Klaus Tschira Stiftung fördert eine Promotion an der Uni Heidelberg zu Ausbreitung und Gefährlichkeit der von ihr übertragenen Krankheiten.

Sie sind nur wenige Millimeter groß, stark behaart, haben aufrechte V-förmige Flügel, beigefarbene Körper und schwarze Knopfaugen: Sandmücken. Manch einer hat im Mittelmeerurlaub schon üble Bekanntschaft mit den fürchterlich juckenden Pusteln im Gesicht, im Nacken, an Armen oder Beinen gemacht. Obwohl die Mücken eher unscheinbar aussehen, sind die von ihnen übertragenen Krankheiten tückisch. Seit rund 20 Jahren schicken sich die Plagegeister an, auch nördliche Gefilde zu erobern. Wie weit sie dabei gekommen sind, wo sie vorkommen und welche Gefahr von ihnen und den von ihnen transportierten Krankheitserregern ausgeht, untersucht Sandra Oerther in ihrer von der Klaus Tschira Stiftung geförderten Doktorarbeit.
Sowohl das Überträgerpotential als auch die Art der Virus- und Parasiten-Last wurden dabei unter die Lupe genommen.

Iserlohn. Seit einigen Tagen werden die ersten Raupen des Eichenprozessionsspinners auch auf Iserlohner Stadtgebiet nachgewiesen. Es ist insbesondere der Iserlohner Norden betroffen, dort waren die Raupen Ende Mai unter anderem im Bereich des Ruhrtalradweges festgestellt und umgehend beseitigt worden. Es ist aber wahrscheinlich, dass sich der Eichenprozessionsspinner (EPS) im Laufe des Jahres noch weiter im Stadtgebiet ausbreiten wird.

Thaumetopoea processionea , Raupe, Accipiter (R. Altenkamp, Berlin)Iserlohn. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung hat sich heute (29. Mai) an mehreren Stellen des Stadtgebietes im Iserlohner Norden das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners bestätigt.
Der erste Befall von zwei Eichen wurde am Ruhrtalradweg festgestellt. Mitarbeiter des Umweltbereiches und des Stadtbetriebes Iserlohn Hemer haben als Sofortmaßnahme die vorübergehende Sperrung des betroffenen Wegabschnittes zwischen Ohler Mühle und Lennighauser Straße angeordnet und ein Fachunternehmen mit der Beseitigung durch Absaugen beauftragt. Nach Einschätzung der Firma könne der Radweg im Laufe des Tages aber wieder freigegeben werden. Alternativ kann der Ohler Weg befahren werden.
Bild: Thaumetopoea processionea, Raupe. Berlin-Charlottenburg, Autor: Accipiter (R. Altenkamp, Berlin), C BY-SA 3.0

Mitarbeiter des Bergmannsheils verabschieden den Patienten auf dem Hubschrauberlandeplatz der Klinik _ M. KalweyRückverlegung per Hubschrauber

Anfang April hatte das BG Universitätsklinikum Bergmannsheil drei niederländische Patienten mit COVID-19-Erkrankung aufgenommen. Weil sich der Gesundheitszustand von allen drei Erkrankten während der Behandlung deutlich stabilisiert hat, konnte jetzt auch der dritte und letzte Patient wieder in seine Heimat zurückkehren. Der 53-jährige Patient wurde Anfang dieser Woche von einem Hubschrauber aus den Niederlanden abgeholt. Aufgrund der Schwere seiner Erkrankung musste er sechs Wochen auf der internistischen Intensivstation des Bergmannsheils behandelt werden. Zwischenzeitlich musste er mehrere Wochen mit einer „künstlichen Lunge“ (sogenannte ECMO) versorgt werden. In seiner Heimat wird er jetzt weiter versorgt.
Bild: Mitarbeiter des Bergmannsheils verabschieden den Patienten auf dem Hubschrauberlandeplatz der Klinik -
M. Kalwey

In der Dechenhöhle_45Spülschwamm-Mikrobiom
Gerade zu Coronazeiten kommt der Haushalts- und Küchenhygiene eine große Bedeutung zu, wenn viele Menschen mehr zu Hause sind, öfter selber kochen und gleichzeitig andere Infektionskrankheiten bewusst vermeiden wollen. Spülschwämme sind wahre Keimschleudern. Bis zu 54 Milliarden Bakterien sitzen in einem Kubikzentimeter Schwammgewebe. Ist es da eine gute Idee, den Spülschwamm durch Erhitzen in der Mikrowelle zu reinigen? Die kurze Behandlung angefeuchteter Schwämme gilt zwar landläufig als geeignete Methode, doch ist sie auch aus wissenschaftlicher Sicht empfehlenswert?

Das Übergabe-Team (v.l.): Mike Rommerskirch, Eva Maria Gruber, Christian Köbke, Franziska Anuhsi Jag Fünf ehemalige Studierende der Universität Witten/Herdecke möchten den Menschen, die in der Krise geholfen und dabei ihr Leben gegeben haben, ein Gesicht geben

Es ist ihre Aufgabe, Anderen zu helfen - dabei geben sie manchmal ihr eigenes Leben: Durch die COVID-19 Pandemie sind bereits viele Menschen verstorben. Beschäftigte im Gesundheitswesen, die Betroffene versorgen, sind verstärkt dem Risiko einer Infektion ausgesetzt. Um den Verstorbenen zu gedenken, haben nun die Verantwortlichen des Podcasts „Übergabe“ – fünf ehemalige Pflegewissenschaft-Studierende der Universität Witten/Herdecke (UW/H) – eine Internetseite gestartet. Unter https://uebergabe.de/podcast/covid19 möchten sie verstorbene Personen vorstellen und betroffene Familien, Freunden, Kolleginnen und Kollegen zu Wort kommen lassen.
Bild: Das Übergabe-Team (v.l.): Mike Rommerskirch, Eva Maria Gruber, Christian Köbke, Franziska Anuhsi Jag. Uni Witten

Prof. Dr Peter Wedde Datenschutz und Arbeitsrechtexperte der Frankfurt University of Applied SciencesStatement: Gesundheit bleibt Privatsache
Prof. Dr. Wedde von der Frankfurt UAS nimmt Stellung zur aktuellen Diskussion um die Erhebung der Körpertemperatur von Kundschaft und Beschäftigten

Der Schutz vor Neuinfektionen durch das Covid-19-Virus ist nach der Lockerung der staatlich verfügten Einschränkungen eine wichtige Aufgabe. Das rechtfertigt aber nicht jedes Mittel. Umstritten ist derzeit das standardmäßige Fiebermessen an den Eingängen von Geschäften oder Betrieben. So soll etwa an den Türen der wiedereröffneten Apple-Stores die Körpertemperatur der Kundschaft gemessen werden. In der Arbeitswelt denken Unternehmen darüber nach, an den Werkstoren Wärmebildkameras für automatische Temperaturmessungen ihrer Beschäftigten einzusetzen. Wer durch überhöhte Körpertemperatur auffällt, muss draußen bleiben. Was in diesem Kontext rechtlich zulässig ist, erläutert der Arbeitsrechtler und Datenschutzexperte Prof. Dr. Peter Wedde von der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS).

Bild: Prof. Dr. Peter Wedde, Datenschutz- und Arbeitsrechtexperte der Frankfurt University of Applied Sciences.

Friseur und Pandemie - Foto: Peter HölterhoffHamburg – Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat ihren branchenspezifischen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk (Haar- und Bartpflege) angepasst. Die aktuelle Version vom 8.5.2020 ist ab sofort online abrufbar.

Gesichtsnahe Behandlungen unter strengen Auflagen erlaubt
Eine Neubewertung erfuhren die sogenannten „Gesichtsnahen Dienstleistungen“, die bisher untersagt waren. Tätigkeiten wie Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege sind nun möglich. Da das Infektionsrisiko für Beschäftigte aufgrund der Nähe zum Gesicht der Kundinnen und Kunden aber hoch ist, gelten hier jedoch besonders strenge Auflagen.
Bild: Friseur und Pandemie - Foto: Peter Hölterhoff

Kultur- und Friedensfest 2015_2In Deutschland wähnte man sich bislang auf einem guten Weg, was die Senkung der Reproduktionsrate von COVID-19 angeht. Das wurde nicht zuletzt der Disziplin der Bürger während des seit 23. März geltenden Lockdowns zugeschrieben. Eine neue Studie von Prof. Dr. Marc Oliver Rieger von der Universität Trier und Prof. Dr. Mei Wang von der WHU – Otto Beisheim School of Management weist in eine andere Richtung: Demnach begeben sich die Bürger trotz geltender Beschränkungen zunehmend öfter aus unterschiedlichen Gründen nach draußen und erhöhen damit vielerorts wieder das Infektionsrisiko.

Prof. Luciano Gattinoni, Klinik für Anästhesiologie UMG, Update aktueller Erkenntnisse zur Beatmung von COVID19-Patienten in US-„Journal of the American Medical Association“ (JAMA / PrivatIn ihrem „Clinical Update“ in der jüngsten Ausgabe von JAMA beleuchten die beiden Wissenschaftler einige Besonderheiten des durch COVID-19 verursachten Lungenschadens. Unter anderem sind sie der Frage nachgegangen, warum sich der Gesundheitszustand bei manchen der beatmeten COVID-19-Patienten eher verschlechterte statt verbesserte.
Bild: Prof. Luciano Gattinoni, Klinik für Anästhesiologie UMG, Update aktueller Erkenntnisse zur Beatmung von COVID19-Patienten in US-„Journal of the American Medical Association“ (JAMA / Privat

Online

Aktuell sind 972 Gäste und keine Mitglieder online

Click to listen highlighted text! Powered By GSpeech
Wir benutzen Cookies
Bitte beachten Sie, dass einzelne Funktionen unserer Website möglicherweise nicht funktionieren, wenn Sie die Verwendung von Cookies deaktiviert haben.