Die neue Kommunikations- und Transferplattform für Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe www.forum-transfer.de kann ab sofort genutzt werden.www.forum-transfer.de für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe online
Die neue Kommunikations- und Transferplattform für Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe www.forum-transfer.de kann ab sofort genutzt werden. Junge Menschen und Familien sollen in Zeiten von Corona in ihren Lebenslagen unterstützt und in Krisen interveniert werden. Die Online-Plattform enthält Hinweise und Empfehlungen. An dem Projekt ist das Forschungsteam um Tanja Rusack, Wolfgang Schröer und Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Uni Hildesheim beteiligt. Das Bundesfamilienministerium unterstützt die Plattform. „Trotz der massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben muss die Kinder- und Jugendhilfe arbeits- und handlungsfähig bleiben“, so Schröer. „Diese Plattform soll die Kinder- und Jugendhilfe unterstützen, gute Modelle möglichst schnell in die Breite zu bringen“, sagt Matthias Röder, Jugendamtsleiter.

Ein zentrales Kennzeichen der Kinder- und Jugendhilfe ist, dass sie in all ihren Handlungsfeldern auf sozialen Kontakten und Interaktionen aufbaut. Von den Frühen Hilfen über die Kindertagesbetreuung, die Hilfen zur Erziehung, die Kinder- und Jugendarbeit und die Jugendsozialarbeit bis hin zum Kinderschutz erfolgt Erziehung, Beziehung, Beratung, Bildung, Hilfe und Schutz zumeist in unmittelbarem Kontakt mit Menschen. In der aktuellen Situation ist allerdings die Veränderung der Sozialkontakte der einzige wirksame Weg zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

„Überall in der Republik suchen öffentliche und freie Träger nach neuen Möglichkeiten, um Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien bestmöglich weiter zu unterstützen. Trotz der massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben muss die Kinder- und Jugendhilfe arbeits- und handlungsfähig bleiben“, betont Wolfgang Schröer, Professor für Sozialpädagogik an der Universität Hildesheim und Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums.

Junge Menschen und Familien – gerade in Zeiten von Corona – in ihren Lebenslagen unterstützen und in Krisen intervenieren

Die Kinder- und Jugendhilfe erfindet sich gerade neu. Sie eröffnet viele Wege, um junge Menschen und Familien weiter – gerade jetzt in der Corona-Zeit – in den ganz unterschiedlichen Lebenslagen zu unterstützen und in Krisen zu intervenieren. Dabei entstehen an vielen Orten neue Ansätze und wertvolle Methoden, Verfahren und auch Richtlinien – vielfach digital, aber nicht nur. Darum bedarf es des Austausches und einer Plattform, in der die Fachkräfte ihre Ansätze vorstellen und präsentieren können. Nicht an jedem Ort muss alles neu erfunden werden.

Die Plattform www.forum-transfer.de enthält aktuelle Hinweise und Empfehlungen sowie fachlich systematisierte Beispiele „guter Praxis“, wie die Arbeitsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe unter den Bedingungen der „Corona“ Pandemie und für die Zeit bis zu einer wiederkehrenden Routine gesichert und weiterentwickelt werden kann.

„Gemeinsam können wir die aktuelle Situation besser meistern“, so Heinz Müller vom Institut für Sozialpädagogische Forschung (ism) in Mainz. Er hat die Plattform zusammen mit seinen Kolleg*innen und weiteren Expert*innen der Kinder- und Jugendhilfe von der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH), dem Deutschen Institut für Jugendhilfe- und Familienrecht (DIJuF) und der Universität Hildesheim aufgebaut. Heinz Müller sagt: „Wir müssen jetzt miteinander nach Wegen suchen, wie die Kinder- und Jugendhilfe nicht nur in Kontakt mit jungen Menschen und Familien bleibt, sondern ihnen gerade jetzt reelle Unterstützung anbieten kann.“

Mit der neuen Online-Plattform sollen unkompliziert Praxistipps für öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht, ausgetauscht und erprobt werden.

„Dabei kommt es nicht darauf an, wer die beste Idee hat, sondern wie gute Ideen schnell dazu führen, dass den Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien geholfen wird“, ergänzt Matthias Röder, Jugendamtsleiter in Hessen, der die Plattform ebenfalls mitentwickelt hat. „Dafür braucht es vor allem Information, Austausch und Vernetzung. Recht sollte für gute Ideen keine Hürde, sondern eine Stütze sein. Das wollen wir auf der Plattform mit einer breiten Verlinkung zu den DIJuF-FAQ zeigen“, sagt Katharina Lohse, fachliche Leiterin des DIJuF.

„Letztlich wird die Plattform nur dann ihren Dienst erfüllen, wenn sie von Fachkräften angenommen und mitgestaltet wird. Darum sind ihre Hinweise und Tipps so wichtig“, so Tanja Rusack von der Universität Hildesheim. „Wir wollen zeigen, dass junge Menschen, die zum Beispiel in Wohngruppen oder Pflegefamilien leben, weiterhin in der Kinder- und Jugendhilfe sehr gut begleitet werden und auch junge Menschen in sehr kritischen Situationen, wie junge Menschen auf der Flucht oder im Wohnungsnotstand, Angebote finden können“, unterstreicht Josef Koch von der IGfH.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat den Vorschlag für die Plattform sofort unterstützt und unkompliziert eine Projektförderung zugesagt.

Alle Initiatior*innen und beteiligten Organisationen sind seit Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe praktisch, beratend oder wissenschaftlich tätig. Ihnen ist es wichtig, dass die Menschen gerade jetzt merken, dass die Kinder- und Jugendhilfe für die jungen Menschen und Familien da ist.

Die Beteiligten rufen Fachkräfte dazu auf, die Plattform zu nutzen und mitzugestalten, um gemeinsam für die jungen Menschen und Familien eine krisenfeste Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen.

Stiftung Universität Hildesheim

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