save the children logoUkraine: Mehr als 63.000 Babys wurden in den vergangenen zwei Monaten in den Krieg hineingeboren - ihre Zukunft ist ungewiss

Nach Angaben von Save the Children wurden in den vergangenen zwei Monaten schätzungsweise rund 63.000 Babys in der Ukraine in den Krieg hineingeboren - unter Bedingungen, die lebenslange Auswirkungen auf ihre seelische Gesundheit haben könnten.
Sie gehören zu den Millionen Kindern, die seit der Eskalation des Krieges am 24. Februar einem erhöhten Risiko schwerer körperlicher Schäden und psychischer Traumata durch Gewalt, Verlust und Vertreibung ausgesetzt sind. Auch von einer Zunahme von Frühgeburten berichtet das medizinische Personal.

"Kinder, die im Krieg auf die Welt kommen, werden buchstäblich in die Zerstörung hineingeboren", sagt Pete Walsh, Landesdirektor von Save the Children in der Ukraine. "Wir von Save the Children wissen aus anderen Kriegsgebieten, dass Konflikte die psychische und physische Gesundheit von Kindern langfristig schädigen können. Gleichzeitig wissen wir, dass Kinder unter den richtigen Bedingungen und mit der richtigen Unterstützung eine erstaunliche Widerstandskraft haben und sich gut erholen können. Dieser Krieg muss beendet werden, damit alle Kinder die Chance hierzu haben und nicht länger diese unvorstellbaren Erfahrungen durchmachen müssen."

Doch auch schon vor ihrer Geburt sind Babys in Gefahr, ergänzt Morgan MacDonald, Beraterin für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung bei der Emergency Health Unit von Save the Children: "Wir wissen, dass Stress das Stillen beeinträchtigen kann - sei es durch hormonelle Veränderungen oder mangelndes Vertrauen. Es liegt auf der Hand, dass der Aufenthalt in einem Kriegsgebiet eine enorme Belastung für Körper und Seele darstellt und möglicherweise auch die Produktion von Muttermilch und die Fähigkeit einschränkt, auf die Bedürfnisse eines Babys angemessen einzugehen."

Fehle die wichtige Eltern-Kind-Bindung, könne dies das gesamte weitere Leben eines Kindes negativ beeinflussen, so Morgan MacDonald: "Bindungsstörungen sind eines der schwerwiegendsten Probleme für unsere psychische Gesundheit. Die Entwicklung unseres Gehirns und auch unser Wachstum beruhen auf einer gesunden Bindung zu unseren Bezugspersonen."

Auch bei älteren Kindern sehen Mitarbeitende von Save the Children deutlich die emotionalen Auswirkungen des Krieges. Das bestätigt eine Bedarfserhebung der Kinderrechtsorganisation, die psychologische Unterstützung als eine der wichtigsten Prioritäten im Rahmen der humanitären Hilfe ausmacht. Mitarbeitende und Kolleg*innen von Partnerorganisationen in der Ukraine erzählen von verzweifelten Kindern, die in den Aufnahmezentren ankommen. Ein Kinderpsychologe in Saporischschja in der Zentralostukraine berichtete von einem neunjährigen Jungen mit Schrapnellwunden am Bein, der so verstört war, dass er dem medizinischen Team nicht erlaubte, sich ihm zu nähern. Andere Kinder müssen unfreiwillig die Elternrolle übernehmen, wie ein fünfjähriges Mädchen, das seine panische Mutter beruhigte, die ihr Telefon verlegt hatte.

Save the Children baut derzeit seine Partnerschaften mit lokalen Organisationen aus und unterstützt sie unter anderem mit der Einrichtung von Schutz- und Spielräumen sowie Schulungen zu Ernährung und Mutter-Kind-Bindung. Auch Psychologen werden bei der Behandlung traumatisierter Kinder unterstützt.

Doch nicht selten sind die Helfenden selbst hilfebedürftig: Denn auch sie mussten Gewalt erleben, aus ihren Häusern fliehen und zeigen Anzeichen eines Burnouts.

Save the Children fordert ein sofortiges Ende der Gewalt, da dies die einzige Möglichkeit ist, Kinder und Erwachsene vor physischen und psychischen Schäden zu schützen und darüber hinaus die zwölf Millionen Menschen in der Ukraine zu erreichen, die zum Überleben dringend humanitäre Hilfe benötigen. Die Eskalation des Krieges hat die schnellste und größte Vertreibung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst: Fünf Millionen Menschen sind inzwischen aus der Ukraine geflohen. Mindestens zwei Drittel der 7,5 Millionen Kinder des Landes wurden durch die Gewalt aus ihren Häusern vertrieben. Mehr als 450 Kinder wurden getötet oder verletzt.

Über Save the Children: Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.

Save the Children Deutschland e.V.

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