Marina Berchem (li.) und Patricia da Cruz Santos - Stadt IserlohnMarina Berchem berät Frauen und Mädchen per Telefon, E-Mail und Videochat auch in der Krisenzeit

Iserlohn. Seit Anfang März ist Marina Berchem als neue Mitarbeiterin in der städtischen Gleichstellungsstelle für die Beratung von Frauen und Mädchen zuständig. Gleichstellungsbeauftragte Patricia da Cruz Santos, die die Beratung vorher ausübte, freut sich über die Verstärkung. "Frau Berchem ist fachlich und persönlich eine Bereicherung für unser Team. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit!"
Auch wenn es aufgrund der aktuellen Lage vorerst nicht möglich sein wird, persönliche Beratung anzubieten, ist Marina Bechem über alternative Kommunikationswege wie Telefon, E-Mail und auch Videoberatung erreichbar.

Bild: Marina Berchem (li.) und Patricia da Cruz Santos - Stadt Iserlohn

Für die Beratung bringt die neue Mitarbeiterin der Gleichstellungsstelle Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen mit. So zum Beispiel aus der Erziehungsberatung, dem Umgang mit seelisch und emotional beeinträchtigten Kindern und ihren Familien, der psychosozialen Beratung aus dem Jobcoaching und der Erwachsenenbildung. Zuletzt hat Marina Berchem als Angestellte der TU Dortmund Projekte zu unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Themen betreut. In diesem Jahr hat sie außerdem eine Ausbildung zur Systemischen Beraterin begonnen. In der systemisch ausgerichteten Beratung wird ein Rahmen zur Klärung des eigenen Standorts geschaffen, indem dann gemeinsam Ziele und Veränderungsstrategien erarbeitet werden.
Ihre Motivation zieht die neue Mitarbeiterin aus ihrem persönlichen Leitbild: "Idealerweise würde ich mir wünschen, dass sich alle Mitglieder unserer Gesellschaft sicher fühlen und sich frei bewegen und entscheiden können. Frauen haben es dabei immer noch schwerer. Ich möchte gerne mit meinen beraterischen Fähigkeiten dazu beitragen, dass Frauen, die Probleme in ihrem privaten Umfeld, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Leben haben, eine persönliche Lösung finden können."
Zudem ist Marina Berchem seit 2018 ausgebildete Yogalehrerin und kann sich gut vorstellen, Aspekte wie Achtsamkeitsübungen, Meditation und Atemübungen in zukünftige Gruppenangebote einfließen zu lassen. In der Einzelberatung kann ebenfalls auf Themen wie Entschleunigung, Umgang mit Stress, Überlastung und den eigenen Grenzen eingegangen werden.
Gebürtig aus dem Ruhrgebiet stammend, freut sie sich darauf, die Stadt Iserlohn mit ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie die lokalen Frauen- und Beratungsnetzwerke besser kennenzulernen.

Marina Berchem berät montags, mittwochs und donnerstags telefonisch unter der Rufnummer 02371 / 217-1332 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Auf Anfrage ist eine Videoberatung ebenso möglich.

Das Beratungsangebot ist vorrangig darauf ausgerichtet, Frauen und Mädchen in schwierigen Lebenssituationen eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe zu bieten. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und unabhängig von Alter, Herkunft, Religion, sozialer Stellung oder sexueller Identität. Männer mit gleichstellungsrelevanten Anliegen und Trans*Personen sind ebenfalls herzlich willkommen.

Das Beratungsangebot für Frauen und Mädchen ist in Krisenzeiten besonders wichtig, weiß Gleichstellungsbeauftragte Patricia da Cruz Santos. "Quarantäne, Kontaktverbot, geschlossene Schulen, Existenzängste. Die außergewöhnliche Situation belastet Betroffene und kann in den Familien oder in der Partnerschaft für zusätzliches Konfliktpotenzial sorgen."

Erschwerend ist die Situation für Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden. Auch wenn die Bürgerinnen und Bürger in dieser Zeit angehalten sind, möglichst zuhause zu bleiben, sind die eigenen vier Wände nicht für alle Menschen ein sicherer Ort. Mit dem Täter oder der Täterin im eigenen Haus "eingesperrt" zu sein, ist für Opfer häuslicher Gewalt aktuell ein wahrgewordener Alptraum. Experten befürchten, dass die Zahlen häuslicher Gewalt aufgrund der Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus ansteigen werden. Teilweise ist von einem möglichen Anstieg von bis zu dreißig Prozent die Rede.

Die Gleichstellungsstelle hat eine Liste mit wichtigen Notfallnummern und Links zu Informationen und Hilfen in der Corona-Zeit (nicht nur) für Frauen zusammengestellt und auf ihrer Homepage zum Download zur Verfügung gestellt: www.gleichstellungsstelle-iserlohn.de.

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