Preisverleihung an Emil RumianekPreisverleihung des Stefan-Haacke Preises an Emil Rumianek
Wieviel ein Einzelner für die Gemeinschaf erreichen kann, zeigte sich bei der Verleihung des Stefan-Haacke-Preises des Beirates für Menschen mit Behinderungen der Stadt Iserlohn am 22.9.2021 in der Galerie des Parktheaters. Mechthild Starke-Kesting, Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderung eröffnete die Veranstaltung, an der 70 Gäste teilnahmen.
Der diesjährige Preisträger, Emil Rumianek, hat in 37 Jahren ehrenamtlichem Einsatz vor allem als Nikolaus über eine halbe Millionen Euro für inklusive Projekte eingesammelt. Michael Joithe, Bürgermeister der Stadt Iserlohn, betonte in seiner Ansprache, dass die Preisverleihung eine gute Gelegenheit ist, um jemandem für seinen ungewöhnlichen Einsatz zu ehren und Danke zu sagen. Die Projekte, die Emil Rumianek die ganzen Jahre unterstützte, zeigen, dass Iserlohn eine Stadt der Vielfalt ist.
Aus der eigenen Erfahrung mit zwei schwerstbehinderten Kindern, wusste Emil Rumianek, wie schwierig es ist, Unterstützung zu bekommen. Schnell war ihm klar, dass Spenden bei großen Organisationen nicht konkret ankommen, sondern dass es viel effektiver ist, Menschen vor Ort zu unterstützen. Im ersten Jahr sammelte er als Nikolaus 4000 DM ein, in seinem besten Jahr waren es mit über 90 Auftritten 22000 DM. Fassungslos machen den Zuhörer seine Berichte über fehlende Inklusion in der 80ern. Da gab es in Gerlingsen einen heilpädagogischen Kindergarten, dessen Außengelände durch einen Zaun vom „normalen“ Kindergarten getrennt war. Durch den Verein „Gemeinsam leben, gemeinsam Lernen“ wurde dann damals ein inklusiver Kindergarten geschaffen. Spuren hat sein Einsatz an vielen Stellen hinterlassen, sei es, dass dadurch über Jahrzehnte die Betriebskosten für das Heilpädagogische Schwimmen getragen werden konnten oder ein zweiter Bus für die Felsenmeerschule in Hemer angeschafft werden konnte.
Dieser beispiellose Einsatz für die Gemeinschaft konnte Emil Rumianek nur schaffen, wie er betonte, weil seine Frau ihm den Rücken freigehalten hat und ihn bei den Projekten außerhalb der Nikolauszeit tatkräftig unterstützt hat.
Jetzt sei dem „Nikolaus“ sein Rentendasein gegönnt, obwohl bezweifelt werden darf, dass er es schafft, sich nur in seinen Sessel zu setzen.
Umrahmt wurde die Preisverleihung durch die gefühlvolle musikalische Untermalung von Jens Dreesmann.
Marion Hölterhoff

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