Wespen und Hornissen unter Schutz! – Tipps für das richtige Verhalten im Umgang mit den Tieren

Iserlohn. Aufgrund zahlreicher Nachfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Wochen informiert die Abteilung Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Iserlohn über eine Tiergruppe, die immer wieder heftige Ablehnung erfährt: Wespen und Hornissen. Über sie sind noch immer viele Vorurteile und "Mythen" im Umlauf. Dabei sind zum Beispiel Hornissenstiche nicht gefährlicher als Wespenstiche, wenn der Gestochene nicht allergisch reagiert. Hornissen sind im Übrigen sehr friedlich, andererseits aber schon sehr beeindruckend durch das laute Fluggeräusch sowie durch ihre Größe. Sobald Kuchen oder Herzhaftes im Freien verzehrt werden sollen, stellen sich schnell Wespen ein. Von den in Deutschland vorkommenden heimischen Wespenarten interessieren sich nur die Gemeine Wespe sowie die Deutsche Wespe für menschliche Nahrung und süße bzw. alkoholhaltige Getränke.

Verhaltenstipps
Gefahr besteht, wenn ein Tier versehentlich mit einem Schluck oder Bissen in den Mund oder sogar die Speiseröhre gelangt, außerdem bei bestehender Allergie gegen das Wespengift, das mit einem Stich unter die Haut gelangt. Deshalb sollte man nicht nach den Tieren schlagen oder sie anpusten. Getränke sollten abgedeckt werden. Ggf. kann man einen "Opferteller" mit süßem Obst wie Pflaumen zirka fünf bis zehn Meter entfernt aufstellen, um in Ruhe den eigenen Kuchen essen zu können. Auch wenn es bei dem für die kommenden Tage angekündigten warmen Wetter schwer fällt: Drinnen zu essen und erst anschließend draußen das Wetter zu genießen bietet den meisten Schutz! Starke Gerüche wie Parfum, intensiv duftende Cremes oder Rasierwässer können die Tiere ebenso anlocken wie sehr bunte Kleidung.
Sinnvoll ist auch das Anbringen von Insektenschutzgittern insbesondere vor Kinder- und Schlafzimmerfenstern sowie am Küchenfenster. So können auch die nachtaktiven Hornissen davon abgehalten werden, bei Dunkelheit in beleuchtete Räume zu fliegen.
Ist man doch einmal gestochen worden, kann eine sofort auf den Stich aufgelegte frisch aufgeschnittene Zwiebel Linderung bringen.

Die Arbeiterinnen der meisten Wespenarten sterben bereits gegen Ende des Hochsommers, nur die Völker der Gemeinen sowie der Deutschen Wespe bleiben bis weit in den Oktober hinein bestehen. Eine Jungkönigin überwintert und beginnt im nächsten Frühjahr mit einem neuen Nest. Ein altes Wespennest wird in der Regel kein zweites Mal bezogen und kann entfernt werden.

Nützliche Tiere stehen unter Schutz
Die Tiere haben eine sehr wichtige Funktion im Gefüge der Natur. So fressen Hornissen und die meisten Wespen zum Beispiel übermäßig auftretende Blattläuse, Spinnen, Fliegen, Eichenwickler- und Spannerraupen. Sie stehen unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes und dürfen nicht ohne Genehmigung und ausreichenden Grund beunruhigt, gefangen, verletzt oder getötet werden. Auch für eine Umsiedlung, zum Beispiel durch eine Fachfirma, ist eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises erforderlich.
Ein Totsprühen der Tiere ist nicht nur unökologisch, sondern setzt Gifte in der Nähe der Wohnung frei, die auch für Mensch und Haustiere nicht unbedenklich sind. Insbesondere bei Nestern in Rollladenkästen kann es beim unsachgemäßen Töten der Tiere durch Spritzmittel zu einer Raumluftkontamination kommen, wenn ungeeignete Mittel eingesetzt werden. Um die Vielfalt der Insektenarten zu erhalten und die eigene Gesundheit zu schützen, sollte ein Nest nur bei wirklicher und akuter Gefahr durch einen Fachmann möglichst umgesiedelt werden.

Für Fragen und weitere Informationen rund um Wespen und Hornissen können sich Interessierte an die Untere Naturschutzbehörde beim Märkischen Kreis (Tel. 02351 / 966-6379 oder 966-6400) sowie an die Stadt Iserlohn wenden. Ansprechpartnerin im Iserlohner Rathaus ist Patricia White bei der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz, Telefon 02371 / 217-2946

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