Textilarbeiten in der Mädchenerziehung / Stadt IserlohnAm Montag: Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung „Froh erfülle deine Pflicht! Textilarbeit in der Mädchenerziehung“ im Stadtmuseum Iserlohn – Anmeldung erforderlich!

Iserlohn. Das Stadtmuseum Iserlohn (Fritz-Kühn-Platz 1) lädt alle Interessierten am Montag, 12. Oktober, herzlich ein zu einer öffentlichen Führung durch die aktuelle Sonderausstellung "Froh erfülle deine Pflicht! Textilarbeit in der Mädchenerziehung". Die Ausstellung wurde im Auftrag des Kreismuseums Peine, das die umfangreiche Sammlung zur Verfügung stellt, von der Kuratorin Petra Watermann entwickelt und in enger Kooperation mit dem Stadtmuseum Iserlohn um regionale Sammlungsobjekte erweitert.
Bild: Textilarbeiten in der Mädchenerziehung / Stadt Iserlohn

Manch einer erinnert sich noch an hauchzart mit Spitzen umhäkelte Deckchen auf Omas Kaffeetisch oder an fein gearbeitete Monogramme auf Großvaters Stofftaschentüchern. Manche aufwendig gestickte Berglandschaft in wuchtig-rustikalen Rahmen sorgt bei Haushaltsauflösungen für Staunen. Gemeinsam ist diesen Objekten und zahllosen anderen, dass sie Teil einer langen Handarbeitsgeschichte sind.
Der moderne Trend, bestimmte Dinge des persönlichen Bedarfs selbst herzustellen und mit alten Handarbeitstechniken zu verzieren, erweist sich inzwischen als überraschend langlebig. Es lohnt sich, die Rolle der Handarbeiten und vor allem des Stickens für die Mädchenerziehung genauer anzusehen. Immerhin dienten sie bis in die jüngste Vergangenheit auch dem Antrainieren von traditionellen Geschlechterrollen.
Da Textilien im eigenen Haushalt hergestellt, repariert und verziert werden mussten, gehörten Handarbeiten zu den Pflichtaufgaben unzähliger Mädchen- und Frauengenerationen. Die Unterweisung in die Techniken begann bereits in jungen Jahren. Beim Sticken sollte zwar vordergründig die Fertigkeit der Textilverzierung geschult werden, aber auch Geduld und der Sinn für Sauberkeit. Damit sollten die Mädchen auf ihre Rolle als tüchtige Hausfrau vorbereitet werden.
Das Ausbildungswesen in der Mädchenerziehung wandelte sich im 19. Jahrhundert nachhaltig. Neben der familiären erhielt die schulische Unterweisung immer größeres Gewicht. Neue Richtlinien für den Handarbeitsunterricht in den Elementar- und weiterführenden Schulen veränderten die Anforderungen; Handarbeit wurde zum Pflichtfach innerhalb des Fächerkanons mit festgelegten Lehrinhalten.

Gestickte Mustertücher vom 19. bis ins 20. Jahrhundert bilden den roten Faden der Ausstellung, präsentiert werden neben Mustertüchern, bestickter Aussteuerwäsche, Wandschonern und Überhandtüchern aber auch Stickzubehör wie Monogramm- und Musterschablonen, Lochstecher, Stickrahmen und Nadeln.

Die Führung beginnt um 17 Uhr und dauert etwa eineinhalb Stunden. Der Eintritt ist frei. Die Teilnehmerzahl ist auf neun Personen begrenzt, daher ist eine Anmeldung erforderlich, entweder telefonisch unter 02371 / 217-1961 und -1963 oder per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Das Museum ist barrierefrei, zwei Parkplätze für Menschen mit Behinderung befinden sich hinter dem Museum. Weitere Parkmöglichkeiten gibt es an der Inselstraße, im Parkhaus Altstadt und an der Straße Obere Mühle.

Die Ausstellung ist bis zum 24. Januar 2021 zu sehen. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.stadtmuseum-iserlohn.de

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