Schülergruppe bei der Anne Frank StutueSchülergruppe besuchte Anne Frank-Haus in Amsterdam im Rahmen des Peers-Projektes „Anne Frank und jüdisches Leben in Iserlohn“

Iserlohn. In der vergangenen Woche besuchte eine Projektgruppe mit rund 60 Schülerinnen und Schülern aus zehn Iserlohner Schulen und Einrichtungen im Rahmen des Projektes "Anne Frank und jüdisches Leben in Iserlohn" das Anne Frank-Haus an der Prinsengracht in Amsterdam. Kooperationspartner des in 2015 entstandenen Projektes sind die Beschäftigungsförderung Iserlohn (Bundesfreiwilligendienst), das Stadtmuseum Iserlohn und der Erzieherische Kinder- und Jugendschutz der Stadt Iserlohn mit den beteiligten Schulen.
Bild: Anne Frank-Statue am Westermarkt in Amsterdam, Foto: Stadt Iserlohn

In Amsterdam mit dabei waren Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Martin Luther, Hauptschule Letmathe, Realschule Letmathe, Gesamtschule Seilersee, Gesamtschule Iserlohn, Gymnasium Letmathe, Gymnasium an der Stenner, Märkisches Gymnasium Iserlohn, Friederike Fliedner Berufskolleg sowie Teilnehmende aus dem Bundesfreiwilligendienst der Stadt Iserlohn. Und nicht nur die Schülerinnen und Schüler waren von dem Besuch sehr beeindruckt, sondern auch die begleitenden Lehrkräfte und Schulsozialarbeiterinnen.

"Der Ausflug nach Amsterdam hat mir sehr gefallen, insbesondere der Besuch des Anne Frank-Hauses. Was mir sehr wichtig war und mich sehr erstaunt hat, ist, dass man im Museum in die Historie des Zweiten Weltkrieges eindringt und das Gefühl bekommt, als wäre man in der Lage der Familie Frank. Ein Eindruck des Lebens der jüdischen Familien im dritten Reich zu bekommen, hat sich als äußerst bewegend erwiesen und ließ einen in das Dilemma der Situation eindringen. Solch eine Erfahrung ist einzigartig und es sollten viel mehr Menschen zu Gesicht bekommen, welch schreckliche Zeit man durchleben musste, so dass es sich hoffentlich nicht in der Zukunft wiederholt und wir als zukünftige Generation solch Ungerechtigkeiten erkennen und gegen sie agieren", so Khalid Lahlou, 15 Jahre, Schüler des Gymnasiums An der Stenner.

Der Besuch des Anne Frank-Hauses ist ein elementarer Bestandteil des Projektes, dessen Grundidee es ist, dass als Peers ausgebildete Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen und Berufskollegs mit jüngeren Jugendlichen zum Thema Anne Frank arbeiten.

Als Nächstes werden die Peers nach den Osterferien bis zu den Sommerferien tätig, wenn im Iserlohner Luftschutzstollen in der Altstadt großformatige Fotos von Anne Frank und dem Hinterhaus in Amsterdam sowie zum jüdischen Leben in Iserlohn ausgestellt werden. Die Ausstellung fördert damit die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung sowie der Bedeutung von Frieden, Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie. Die Peers werden an den einzelnen Stationen im Luftschutzstollen – hauptsächlich vor Jugendlichen aus Schulklassen - aus dem Leben von Anne Frank lesen oder erzählen. Insgesamt sind rund 30 Ausstellungsbegleitungen geplant, womit sich zirka 600 bis 800 Iserlohner Jugendliche mit dem Thema auseinandersetzen werden. Vorbereitet auf diese Aufgabe werden die Peers durch eine eintägige Ausbildung in Iserlohn durch freie Mitarbeitende des Anne Frank-Zentrum Berlin.

Zum Projektabschluss im Juni 2024 wird zudem das Online-Seminar "Bergen Belsen und seine Geschichte" zur Gedenkstätte Bergen Belsen, dem Sterbeort von Anne Frank, angeboten. Das Ziel des Projektes soll damit noch intensiviert werden: Durch ihre Teilnahme sollen die jungen Menschen umfassend erfahren, wie wichtig es ist, den antisemitischen und rassistischen Tendenzen in der Gesellschaft zu begegnen und mit dem Wissen über die Gräueltaten der Vergangenheit ein aktuelles Zeichen gegen Rassismus und Extremismus und für mehr Demokratie und Mitmenschlichkeit setzen können.
Quelle: Stadt Iserlohn

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